Erkenne deine Gefühle

Wie fühlst du dich gerade? Gut? Geht so?

Wann wurdest du das letzte Mal gefragt, wie du dich fühlst? Und? Hast du ehrlich geantwortet? Hast du dich selbst schon einmal nach deinen Gefühlen gefragt? Falls die Antwort darauf „Gut“ war, dann muss ich dich jetzt enttäuschen, denn „Gut“ ist kein Gefühl.

Was sind Gefühle?

Gefühle sind überwiegend unwillkürliche und (teil-)automatisierte chemische Reaktion, die auf Grund der Bewertung einer Wahrnehmung entstehen. Doch was für Gefühle gibt es eigentlich? Natürlich gibt es hunderte von verschiedenen Wörtern um Gefühle auszudrücken. Paul Ekman identifizierte folgende 7 Basisgefühle:

  • Freude,
  • Trauer,
  • Wut,
  • Angst,
  • Ekel,
  • Überraschung und
  • Verachtung.

Die Universität Berkeley stellte in einer Studie mit über 800 Probanden fest, dass es weit aus mehr als die ursprünglich angenommen 7 Basisgefühle gibt. Durch die Reaktion der Probanden auf Videos, wurden folgende 27 Gefühle identifiziert:

Bewunderung, Anbetung, ästhetische Wertschätzung, Vergnügen, Wut, Angst, Ehrfurcht, Unbeholfenheit, Langeweile, Ruhe, Verwirrung, Verlangen, Ekel, empathische Schmerzen, Vertrauen, Aufregung, Angst, Schrecken, Interesse, Freude, Nostalgie, Erleichterung, Romantik, Traurigkeit, Befriedigung, sexuelles Verlangen, Überraschung

Diese Gefühle treten nicht nur nacheinander auf. Wir können auch mehrere Gefühle gleichzeitig empfinden. Kein Wunder, dass es uns schwerfällt in diesem Gefühlschaos unsere eigenen Gefühle zu erkennen.

Wie entstehen Gefühle?

Unsere Gefühle entstehen, in dem wir eine Situation, die eintritt, wahrnehmen. Durch die Bewertung dieser Wahrnehmung, werden Gedanken hervorgerufen. Auf Grund dieser Gedanken, entsteht eine chemische Reaktion in unserem Gehirn, welche unsere Gefühle hervorruft. Das entstandene Gefühl wiederum löst ähnliche Gedanken von Situationen, die wir bereits wahrgenommen haben, hervor. Durch unsere Gefühle kommen wir ins Handeln oder können Entscheidungen treffen.

Gefühle im Gefühlschaos erkennen

Schwierig für unser Handeln und unsere Entscheidungen wird es dann, wenn es uns nicht gelinkt unsere Gefühle zu identifizieren. Die Identifikation unserer Gefühle fällt uns unter anderem schwer, da wir gelernt haben, dass wir unsere Gefühle in bestimmten Situationen unterdrücken müssen. So empfinden wir Trauer, Neid und Wut als peinlich. Oder sind mit dem Spruch aufgewachsen, dass „ein Indianer keinen Schmerz kennt.“ All das sorgt dafür, dass wir unsere Gefühle nicht mehr erkennen und in einem Gefühlschaos versinken. Wir sind mit unseren eigenen Gefühlen überfordert.

Wie fühlst du dich?

Wenn es dir schwerfällt deine Gefühle zu erkennen, dann empfehle ich dir die bewusste Wahrnehmung deiner Gefühle zu trainieren. Dabei geht es nicht darum, deine Gefühle nach außen zu zeigen, sondern vielmehr darum, dass du deine eigenen Gefühle ohne Bewertung wahrnehmen kannst. Frage dich also immer wieder: Wie fühle ich mich? Bin ich glücklich? Bin ich traurig? Bin ich neugierig? Bin ich wütend? usw. Du kannst dir auch eine Liste mit allen Gefühlen erstellen und diese dann immer Gefühl für Gefühl entlang gehen.

Wenn du dann ein oder mehrere Gefühle für dich identifiziert hast, dann ist es wichtig, dass du sie akzeptiert. Nimm die Gefühle war, unabhängig davon, ob sie (deiner Meinung nach) angebracht sind oder nicht! Auch wenn es dir anfangs schwer fällt deine Gefühle zu erkennen, zu akzeptieren und zu begründen, übe einfach weiter. Es ist wichtig, dass du deine Gefühle zulässt und sie nicht unterdrückst oder gar vor dir selbst versteckst.

Zum Schluss habe ich noch einen Tipp, der dir dabei helfen kann, deine Gefühle noch besser zu erkennen.

Du kannst mit einer Atemmeditation in einen Zustand gelangen, in welchem du deine Gefühle noch intensiver spürst. Dies ist möglich, weil du die Einflüsse von außen ausblendest und dich nur auf dein Inneres konzentrierst. Bei der Atemmeditation konzentrierst du dich, wie der Name bereits sagt – auf deine Atmung. Das bedeutet, dass du über einen Zeitraum von ein paar Minuten, bewusst ein- und dann wieder ausatmest. Wie viele Minuten du die Meditation durchführen möchtest bleibt dir überlassen. Aber auch hier gilt: Es ist in Ordnung, wenn es nicht gleich von Anfang an funktioniert.

Fange am Besten jetzt gleich an und frage dich: Was fühle ich gerade?

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